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Hello World!

Hallo ihr Lieben!

Ich bin jetzt seit Montag frueh hier in Israel im Kfar Rafael am Rande der sonnigen Negevwueste und hab es jetzt geschafft einen blog anzulegen!

Da ich ja weiss, wie unglaublich euch allen mein Wohl etc. am herzen liegt und dass ihr euch von zeit zu Zeit gerne ein wenig sorgt (ich hab euch ja auch lieb), ich aber merke, dass meine zeit hier, die ich in "alles toll, es geht mir gut"-Briefe investieren kann (und will) relativ begrenzt ist, dient dieser blog vor allem, um raum zu bieten fuer ausfuehrliche, deskriptive einblicke in mein leben hier (die ich dann nicht jedem einzeln muehsam zusenden muss ... umso mehr zeit bleibt fuer persoenliche specialpost ).
So... das klingt alles furchtbar kalt und gemein... so ist es aber keineswegs gemeint (mir fehlen die icq-emoticons.... die waren irgendwie knuffiger).

... hui... hier gibts auch welche
wie dem auch sei...


Zionenno - Teil 1

Ankunft und Tag eins bis drei

...bevor ich anfange: Hebraeisch ist eine sehr vernuenftige sprache: sie kennt keine gross und kleinschreibung... darauf verzichte ich von jetzt ab auch!

so: am sonntag nachmittag um 17:30 hab ich planmaessig und mit eilig gepackten taschen das land verlassen. Zuerst mit Lufthansa nach Wien, um dann mit Austrian nach Tel Aviv weiterzufliegen. In Wien hatte ich wegen technischer Probleme und Flugzeugwechsel ungeplante zusaetzliche 2 stunden aufenthalt, welche mir gelegenheit gaben, mich mit meinen mitreisenden anzufreunden, mir orthodoxe Juden anzuschauen (verdammt ich kann doch nicht ohne gross und klein) ... eigentlich alles nicht spannend...
ZIP : Israel

Mit 2 Stunden verspaetung hab ich um 2:30 Ortszeit (1:30 MEZ) tel aviv erreicht, mich durch die israelische Sicherheit gequaelt
(war erstaunlich lasch... hab aber halt auch nen europaeischen pass)
mein plan war urspruenglich am naechsten morgen mit der israelischen bahn direkt nach beersheba weiterzufahren.
Besagter Zug fiehl wegen umbau bis ich glaube heute ersatzlos aus und so nahm ich nach erfolgreichem durchfragen den zug nach telaviv um da mit dem fernbus zu fahren. ES sei an dieser Stelle erwaehnt, dass das reisen mit einem grossen rucksack auf dem ruecken die kontaktaufnahme enorm erleichtert. Liebe Gruesse an Rick den niederlaendischen Backpacker mit dem ich auf Ben Gurion Zeit totschlagen konnte.

Tel Aviv ist morgens noch relativ angenehm warm, dennoch in deutschland tauglichen klamotten und mit gepaeck bereits sehr schwitzig. Der zentrale Busbahnhof von Tel aviv liegt wenig zentral aber in unmittelbarer Naehe vom Bahnhof Hahagana. Belagert von Taxifahrern und unter freundlicher Mithilfe von Passanten war der busbahnhof bald gefunden.
Die Kioskdame , die leider kein wort englisch sprach, der es aber dennoch gelang, mir mit haenden und fuessen eine telefonkarte zu verkaufen, sei hier besonders positiv hervorgehoben.

Busse um 6:30 von Tel aviv nach Beer sheba werden vor allem von soldaten benutzt, die hier sopwieso ueberall sehr praesent sind (aber auch sehr hilfsbereit). Puenktlich um 8 war ich in beersheba und dank eines frankophonen Taxifahrers (es lohnt sich doch diese Sprache zu lernen) wenig spaeter im Kfar Rafael, dem Kibbutz vor der Stadt, in dem ich jetzt lebe.

den ersten Tag hab ich vornehmlich mit schlafen verbracht. Das Haus in dem ich lebe (Joel-Haus) hat zwei "hauseltern":
Michal und Gal, sprechen beide englisch, beide sehr geduldig, im moment vier co-worker (das bin u. a. ich); mein Vorgaenger Meikel lernt mich jetzt noch ein und fliegt dann wieder nach Deutschland zurueck , ich glaub in drei,vier wochen.
Dann haben wir sieben zu betreuende, vier Jungs und drei Maedels, Michals Ehemann und deren drei Kinder. An den Namen der Kinder arbeite ich noch... ansonsten bin ich ganz gut davor.

Die leute hier sind jedenfalls total toll, sehr entspannt usw. ...
bin jetzt zwar erst sehr kurz da, aber der umgang mit den "zu betreuenden" (wir sagern hier chawaerim = freunde) macht meistens spass, weil sie sehr offen sind und jeden sehr schnell lieb gewinnen.

was meine arbeit angeht: ich bin im moment und werd wahrscheinlich auch bis auf weiteres in der landwirtschaft sein. Klingt unspannend und bei 40 grad an normalen sommertagen auch eher unangenehm, war bisher aber auch eigentloch ziemlich cool. Man ist die ganze zeit draussen (was ich gerade bei dem wetter sehr viel angenehmer finde als drinnen), und man hat nen ganz guten gegenpol zum wuseligen leben im Haus, den ich glaubich brauche, damit ich auch noch das kommende jahr ueber gluecklich bleibe (hab heute mandeln gepflueckt... ist sehr meditativ)
... und wir haben ausgiebige siestas hier, weils so heiss ist...

Naja, ich glaub dass ist jetzt so ungefaehr ein zehntel von dem was ich im moment so loswerden wollen wuerden koennte.
Zusammenfassung: bis jetzt alles ziemlich schoen, aber viel zu frueh um irgendwas bestimmtes zu sagen...

...ich glaub das war sehr wirr...
ist inzwischen auch spaet.
Zum Thema Briefe, mails kontakt nach hause etc.:
zweimal im monat hat hier jeder co-worker nightwatches,
das heisst, dass ich dann eh die ganze nacht wachbleibe...
meine erste is glaubich in nem monat ???
whatever jeenfalls spaetestens dann hab ich viel zeit und vielleicht auch schon n bisschen mehr zu erzaehlen bzw. hab das dann alles son bisschen geordnet.

Enno sagt gute nacht...
loyla tov ihr lieben!

... ich hab jetzt skype hier... vielleicht...
mal schaun, was sich da noch machen laesst...
ciabadioooo! Enno

9 Kommentare 11.7.07 22:33, kommentieren

Enno is maybe a little reachable...

Hallo ihr lieben!

Ja, ich habe jetzt tatsaechlich skype und sogar n bisschen geld drauf...

icq hab ich hier allerdings nicht...

wenn ihr also skypefaehig seid und mich erreichen wollt, dann koennt ihr das tun...

ich heisse enno.friedrich (what a weird nickname...), weiss nicht genau ob ich fuer deutschland oder israel registriert bin (ich glaube deutschland...) ... probieren...

im allerschlimmsten notfall kann ich halt auch festnetznrmn anrufen...

jupp... ich starte dann demnaechst gleich in mein organisiertes israelisches wochenende (freitag, samstag)

naja und werd mich vor der groupactivity nochmal hinlegen

tahue meine brueder und schwestern, le hitraot... 

3 Kommentare 13.7.07 14:21, kommentieren

Beer Sheva, City of Light...

Shalom ihr Lieben,

habs jetzt trotz uebermuedung endlich mal wieder hergeschafft (mittagspause) um von meinem leben zu berichten...

zionenno tag 9

 sooo, das war am dienstag... da hatte ich meinen ersten freien tag ... das ist jetzt wahrscheinlich immer dienstags, falls ihr mich mal besuchen wollt oder so...

...den hab ich genutzt um mir beer sheba, die relativ grosse stadt hier in der naehe (capital of the negev) anzugucken, einzukaufen etc. ...

als transportmittel diente mir hierzu das kindermountainbike mit schwachen, das ich mir von meiner kolleginleihen konnte...

in Israel oder zumindest hier faehrt eigentlich keiner fahrrad, weil es eigentlich zu heiss ist...

daraus folgt, dass es keine lobby fuer  fahrradwege oder abgeflachte kantsteine sowie moderates autofahren gibt, woraus folgt, dass es eben das auch nicht gibt...

habe das zentrum von beer sheba dennoch unbeschadet erreicht (ca. 20 minuten)

beersheba hat: ein modernes, klimatisiertes, streng bewachtes einkaufszentrum 

eine osmanische "altstadt" (150 Jahre?)

eine relativ grosse, eingezaeunte universitaet

 

 

einkaufen hat reibungslos funktioniert; der "negev canyon" ist so in etwa die deluxe edition vom HC... unterscheidet sichaber sonst auch nicht von jeder andern mall in der westlichen welt (hoechstens durch standardmasseige kontrollen an der tuer und besonders starke (kalte) klimaanlagen...

hervorzuheben: Superpharma: Drogeriemarkt mit integrierter Apotheke

                       freundliche juedische Missionare welcher KOnfession auch immer, die broschueren verteilen und sich nett mit dir unterhalten

ueberall (Post... apotheke) muss man nummern ziehen wenn man bedient wwerden will...wie beim arbeitsamt in D.

 

osmanisch Altstadt: Das reale Beer Sheba ist ziemlich jung...

die aeltesten gebaeude dies theoretisch so gibt sind daher die verwaltungsbauten, palaeste(das klingt pompoeser als es ist) moscheen aus osmanischwer zeit...

sind zwar im vergleich zur restlichen stadt recht sehenswert, bedauerlicherweise jedoch absolut nicht erschlossen und wenig gepflegt (die zentrale moschee steht leer und liegt son bisschen abseits auf dem gelaende des museums fuer moderne kunst (kreismuseumausmasse), ehemals der osmanische Gouverneurspalast, ausser Hunden und Tauben hab ich da niemanden getroffen; vom alten muslimischen friedhof will ich gar nicht reden... > nicht ganz zufaellig scheinen die osmanischen, muslimischen kulturgueter (welche eben die einzigen sehenswerten weil halbwegs nicht gerade erst gebauten sind) hier relativ zu verrotten....

 
was es noch so gibt: jedemenge Militaerfriedhoefe und allenbydenkmaeler/parks (beersheba war frontstadt im ersten weltkrieg und wurde 1917 vom briten allenby heldenhaft von der osmanischen herrschaft (o-ton) "befreit"

den abrahamsbrunnen: ... der legende nach grub und erwarb der alte abraham hier seinen ersten Brunnen (beer sheva > sieben brunnen bzw. Brunnen des Schwurs) ... diese groesste sehenswuerdigkeit beer shevas (Reisefuehrer) zeichnet sich vor allem durch das touristen buero aus, das der einzige ort ist an dem man hier einen stadtplan der stadt erwerben kann (habs in mehreren buch und trekking laeden versucht...)... der brunnen ist auch ganz sehenswert (n brunnen halt)

 

nach langer tagestour durch die stadt (die machen hier n gutes falafel!)

am abend der versuch im dunstkreis der universitaet auf interessante viertel zu stossen ... (supermarkt und blumengeschaeft gefunden)
 durch Parks und viel, viel siedlungsvorstadt heimgefunden

 

Fazit: der grossteil von beersheba ist so am besten mit edendorf nachm klimawandel zu beschreiben... nur ... diese stadt hat ne uni und 180 000 Einwohner ...

nja.. das wetter ist immer schoen die wohntuerme teilweise wirklich verhaeltnismaessig sehr raffiniert gestaltet und die leute insgesamt sehr freundlich...

ein sicherer, beschaulicher, ausgangspunkt zur weiteren betourung des landes...

 

wie gehts mir...:

ich geniesse n bischen die distanz ...

im moment werd ich noch eingearbeitet, aber die arbeit hier im kfar ist witrklich schoen...

ich meld mich ciaops, Enno 

3 Kommentare 21.7.07 14:35, kommentieren